News > Corona-Krise: Psychische Belastung steigt - ÖBVP fordert Ausbau von Psychotherapieplätzen

am 13.5.2020
PsychotherapeutInnen stellen Betreuung auch für Gehörlose per Internet zu Verfügung

Wien (OTS) - Die Corona-Krise wirkt sich deutlich auf die psychische Gesundheit in Österreich aus: Eine Studie der Donau-Universität Krems zeigt, dass depressive Symptome, Angstsymptome und Schlafstörungen stark angestiegen sind. Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) hat rasch reagiert und leistet mit Hotlines, einer Informationsoffensive und Tele-Therapie einen Beitrag zur Krisenbewältigung. „Das waren wichtige Akutmaßnahmen, aber jetzt müssen die Gesundheitspolitiker an die Zukunft denken. Wir brauchen eine nachhaltige Finanzierung von ausreichend Psychotherapieplätzen“, fordert ÖBVP-Präsident Dr. Peter Stippl.

Die Plätze für Psychotherapie sind durch die Krankenkassen je nach Bundesland unterschiedlich kontingentiert, was zu einer Unterversorgung psychisch Erkrankter führt. Stippl dazu: „Wir nehmen an, dass es momentan gerade mal für 0,8 Prozent der Bevölkerung krankenkassenfinanzierte Psychotherapie gibt. Der Rest muss entweder lange warten oder in die eigene Tasche greifen. Die Hälfte der Betroffenen bezahlt die Psychotherapie selbst und bekommt nur ein Drittel der Behandlungskosten ersetzt. Diese Mangelversorgung wird die Corona-Krise zu einer psychischen Krise machen. Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Kontingente aufzuheben und ausreichend Plätze durch die Krankenkasse zu finanzieren.“

Psychische Belastung für junge Erwachsene besonders stark

Die Studie der Donau-Universität Krems mit einer Stichprobe von 1.009 Menschen zeigt, dass depressive Symptome von etwa vier Prozent auf über 20 Prozent und Angstsymptome von fünf Prozent auf 19 Prozent angestiegen sind. Zudem leiden rund 16 Prozent unter einer Schlafstörung. Besonders belastend ist die Situation für Erwachsene unter 35 Jahren, Frauen, Singles und Menschen ohne Arbeit.

Krisenbewältigung mit Unterstützung von Psychotherapie

In allen Bundesländern richtete der ÖBVP kostenlose Hotlines ein, die PsychotherapeutInnen größtenteils ehrenamtlich betreiben. Für alle Fragen rund um Familie und Schule gibt es eine eigene „Kinder-Schüler-Eltern Beratungshotline“. Eine Gebärdensprache-Hotline für ganz Österreich hilft dabei, Barrieren zur psychischen Unterstützung abzubauen. Bereits Mitte März erwirkte der ÖBVP eine Ausnahmeregelung für Psychotherapie am Telefon und per Internet und erreichte damit, dass diese wie gewöhnlich mit der Krankenkasse abgerechnet werden kann. Die Webseite des ÖBVP www.psychotherapie.at bietet Informationen zur psychischen Gesundheit in Corona-Zeiten.

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP)

Der ÖBVP ist die freiwillige, vom Bundesministerium für Gesundheit anerkannte, unabhängige Interessenvertretung von PsychotherapeutInnen, die sich mit der psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung der Menschen in Österreich befasst.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Mag.ª Barbara Zsivkovits
Öffentlichkeitsarbeit
01/512 70 90-23
oebvp.zsivkovits@psychotherapie.at
www.psychotherapie.at

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Quelle: OTS0105, 13. Mai 2020, 11:54



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